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Interorganisationssysteme
Logistikcontrolling

Die Logistik zieht seit den 80er Jahren in Deutschland als ein neuer Ansatz für

  • die Entwicklung und Gestaltung von funktionen- und bereichsübergreifenden Prozessen
  • die systematische Erschliessung von Kostensenkungspotenzialen
  • Produktqualitätssteigerungen (“Value Added”) sowie
  • die Verbesserung der strategischen Adaptionsfähigkeit von Unternehmen

immer grössere Aufmerksamkeit in der Wissenschaft und in der Praxis  auf sich.

Die rasche Verbreitung des Logistik-Begriffs und neuer logistischer Denk- und Verhaltensweisen in den Unternehmen zeigt an, welchen Stellenwert Logistik bei der Lösung betriebswirtschaftlicher Fragestellungen in der Praxis besitzt. Viele Manager sehen die logistische Kompetenz und die Fähigkeit logistische Potenziale konsequent auszuschöpfen als entscheidenden Erfolgsfaktor im weltwirtschaftlichen Wettbewerb.

In Forschung und Lehre war der Bereich der Logistik bis vor einigen Jahren insbesondere von den Ingenieurwissenschaften, der Informatik und dem Operation Research geprägt. Nur wenige Ausbildungsgänge von Lehrstühlen und Forschungsinstituten in Deutschland haben sich spezifischen betriebswirtschaftlichen Fragestellungen der Logistik bzw. der Aufgabe der Integration der engeren betriebwirtschaftlichen, der technischen und sozialwissenschaftlichen Aspekte der Logistik gewidmet.
Nach und nach reagieren die auszubildenden Institutionen auf die immense Nachfrage nach qualifizierten Logistikern mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen. Neben der Bildung von “Logistik-Lehrstühlen” in betriebswirtschaftlichen Studiengängen, wird mittlerweile sogar ein Studiengang mit dem Abschluss “Diplom-Logistiker” angeboten.

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 Interorganisationssysteme

Wirtschaftlicher Wandel und Telematikpotential
Die seit langem beobachtbaren und tiefgreifenden Veränderungen der wirtschaftlichen Umwelt, vor allem die zunehmende Globalisierung wie auch Dynamisierung der Märkte, führen zu einer verstärkten zwischenbetrieblichen Arbeitsteilung oder aus Sicht der Unternehmen zu einer verstärkten Externalisierung von Aktivitäten. Dabei erhöhen sich die Anzahl, das Intensitäts- und auch Qualitätsniveau der Unternehmenskontakte, was den interorganisatorischen Bereich zunehmend an strategischer Relevanz gewinnen lässt. Für eine optimale Gestaltung dieser unternehmensübergreifenden Aktivitäten werden daher in vielen Fällen Interorganisations- systeme eingesetzt. Dies sind telematikbasierte Systeme, die die Geschäftstransaktionen zwischen Unternehmen unterstützen und die oftmals eine Nutzung der Spezialisierungsvorteile, die aus der stärkeren zwischenbetrieblichen Verkettung resultieren, erst ermöglichen bzw. eine Kompensation des zusätzlichen Nutzens durch höhere Koordinationskosten verhindern können. IOS besitzen nicht zuletzt aus diesen Gründen erhebliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sowie ganzer Volkswirtschaften.
Logistik für IOS-Einsatz prädestiniert
In der Logistik entfalten sich die skizzierten ökonomischen Entwicklungstrends besonders intensiv. Gründe hierfür liegen in den Besonderheiten und in der Bedeutung der Logistik für das Unternehmen. So ist der logistische Bereich per se durch eine Vielzahl von informations- intensiven und äusserst komplexen interorganisatorischen Beziehungen (z.B. zu Frachtführern, Banken, Versicherungen, zum Zoll) geprägt.
IOS-Einflussgrössen: Technik, Organisation, Strategie
IOS sind sehr komplexe technisch-organisatorische Gebilde, deren Erfolg eine sorgfältige und kompetente Planung erforderlich machen. Der in der Praxis immer noch weit verbreitete Irrglaube über den eigenständigen “technischen Charakter” der Telematik zur Erreichung von Wettbewerbsvorteilen hat fatale Konsequenzen, die bis zur Systemeinstellung führen können. Die erhofften operativen und v.a. strategischen Wirkungen von einem erfolgreichen IOS können sich nur dann entfalten, wenn die vielschichtigen und vielfältigen Verflechtungen zwischen den Einflussgrössen Technik, Organisation sowie Strategie richtig “gewoben” werden.

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Logistikcontrolling

Logistikcontrolling kann als eine Funktion zur Führungsunterstützung verstanden werden. Sie unterstützt das Logistikmanagement auf der strategischen und operativen Ebene durch eine effektive und effiziente Entwicklung, Gestaltung und Lenkung von Güter- und/oder Informationsfliesssystemen (Flusskonzept).

Typische Aufgaben eines Logistik-Controllers in der Praxis sind neben der bereichsinternen und -externen Koordinationsfunktion, die Erfassung und Ausweis der Logistikleistungen bzw. -kosten, das Berichtswesen, die Kalkulation sowie die informatorische Unterstüzung des Managements in logistiktypischen Entscheidungssituationen. Zur Bewältigung dieser Aufgaben stehen eine Vielzahl unterschiedlicher Techniken und Instrumente zur Verfügung, wie z.B. Prozesskostenrechnung, Kennzahlensysteme, Budgetierungs- und Kalkulationsverfahren usw.

Die Logistikcontrolling-Konzepte konnten sich bisher in der Praxis nicht in dem erhofften Umfang durchsetzen. Die Ursachen sind dabei nicht nur in der Praxis, sondern auch in der Theorie bzw. dem Forschungsbereich selbst zu suchen. So sind bspw. neue Anforderungen und Determinanten des Marktes bisher nur unzureichend in der Logistikcontrollingtheorie berücksichtigt worden.

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